Facebook löscht rund 100 Nutzerkonten mit Russland-Verbindungen

Das soziale Netzwerk hat Nutzerkonten entfernt, die mit der russischen Internet Research Agency verbunden sein sollen. Die Organisation soll polarisierende Nachrichten auf Facebook gestreut haben.

Im Kampf gegen Fake-Accounts hat Facebook 135 Konten sowie 138 Fanseiten gelöscht. Das gab das soziale Netzwerk am Dienstagabend in einem Blogpost bekannt. Die Accounts sollen in Verbindung mit der russischen Organisation IRA, kurz für Internet Research Agency, stehen. Das Unternehmen kontrollierte nach Angaben von Facebook die gelöschten Nutzerkonten und Fanpages.

Das Unternehmen aus Menlo Park hat mehrere Monate lang an der Identifizierung der entsprechenden Konten gearbeitet. „Die IRA hat wiederholt komplexe Netzwerke von falschen Konten benutzt, um Facebook-Nutzer zu täuschen und zu manipulieren“, schreibt Alex Stamos, der Chief Security Officer des Netzwerks, in dem Post. Das sei „vor, während und nach den US-Präsidentschaftswahlen 2016“ passiert.

(Grafik: Facebook)

Die Konten seien ausschließlich entfernt worden, weil sie von der IRA gesteuert seien – nicht wegen der Inhalte. Die Seiten publizierten nach Angaben von Facebook unter anderem Kommentare zu nationalen und internationalen politischen Themen, zur Förderung der russischen Kultur und des Tourismus sowie Diskussionen über alltägliche Themen. Nutzer sollen in den kommenden Wochen im Hilfebereich erfahren können, ob sie den Seiten beziehungsweise Konten gefolgt sind.

Die 70 Facebook- und 65 Instagram-Accounts sowie die 138 Fanpages waren zu einem großen Teil in russischer Sprache. Rund eine Million Nutzer folgten mindestens einer der Seiten, auf Instagram erreichten die Konten eine halbe Million User. Die Konten- und Seitenbetreiber investierten rund 167.000 US-Dollar in Anzeigen auf den sozialen Netzwerken.

Facebook-Chef Zuckerberg verspricht bessere Technologie

Stamos erwartet, dass sein Team weitere falsche Konten finden wird. Sollte das der Fall sein, werde man auch diese löschen, schreibt er. Es sei klar, dass die IRA und andere Organisationen ihre Taktik ständig änderten, um sich vor dem Sicherheitsteam zu verstecken. Aber Facebook werde weiter gegen falsche Konten ankämpfen. Facebook-Chef Zuckerberg ergänzte, dass man Sicherheit nie komplett gewähren könne. Man werde die Technologien jedoch weiter verbessern, um einen Schritt voraus zu bleiben – insbesondere wenn es um die Integrität von Wahlen gehe.

Der Blogpost kommt in einer Zeit, in der Facebook wegen der Weitergabe von Daten massiv in der Kritik steht. Das Unternehmen ermöglichte es Drittanbietern bis 2015, über Apps nicht nur die Daten von Nutzern abzugreifen, sondern auch von deren Freunden. Die Analysefirma Cambridge Analytica, die unter anderem das Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump unterstützte, erwarb solche Daten einer App. Obwohl Facebook bereits 2015 davon Kenntnis erlangte, ließ sich das Unternehmen lediglich zusichern, dass die Daten gelöscht wurden, überprüfte dies jedoch nicht weiter. Auch die betroffenen Nutzer wurden damals nicht informiert.

Mehr zum Thema: 


Quelle: Facebook löscht rund 100 Nutzerkonten mit Russland-Verbindungen

Webseite erstellen lassen?