Google führt neue Link-Attribute ein: Sponsored & UGC

Rund 14 Jahre nach Einführung des Nofollow-Attributs, stellt Google zwei neue Link-Attribute vor: Sponsored und UGC. Auch ändert Google die Behandlung dieser Attribute im Crawler sowie Ranking. Mehr in diesem Blogbeitrag.

Links sind die Grundlage von Googles Ranking-Algorithmus. Mit dem Nofollow-Attribut können Webmaster einzelne Links für Google entwerten. Es galt: weder der Crawler noch der Ranking-Algorithmus sollte diese Links beachten. Nun hat Google eine Überarbeitung des Nofollow-Attributs angekündigt:

  • Mit ‘sponsored’ und ‘ugc’ gibt es zwei neue Link-Attribute mit einem anderen Zweck als zuvor ‘nofollow’.
  • Link-Attribute werden nicht mehr als Anweisung, sondern als Hinweis an den Crawler und Ranking-Algorithmus betrachtet.
  • Die Anpassungen sind Rückwärtskompatibel. Es gibt keine Notwendigkeit für Änderungen an bestehenden Webseiten.

Neue Attribute: rel=’sponsored’ & rel=’ugc’

Wird ein Link mit dem Nofollow-Attribut versehen, fiel er bislang vollständig aus Googles Linkbewertung raus: das Attribut war eine Anweisung des Webseiten-Betreibers, dass er für den Link keine Verantwortung übernehmen will. Ab sofort gibt es neben dem Nofollow-Attribut, das weiterhin gültig ist, zwei weitere Link-Attribute, um Links genauer zu beschreiben:

Mit dem Sponsored-Attribut (rel=’sponsored’) sollen Links gekennzeichnet werden, für die eine Gegenleistung geflossen ist: klassische Werbung, gekaufte Links, Empfehlungen, die es ohne Geld nicht gegeben hätte und vergleichbare Links.

Das UGC-Attribut (rel=’ugc’) steht für User Generated Content, also nutzergenerierte Inhalte. Es soll Anwendung finden, wenn nicht der Webseitenbetreiber selbst, sondern die Nutzer der Webseite Links setzen. Klassische Anwendungsfälle dafür sind Blogkommentare oder Links in Foren.

Das Nofollow-Attribut (rel=’nofollow’) ist weiterhin gültig und behält seine ursprüngliche Aussage: der Webseitenbetreiber möchte mit diesem Link keinerlei Empfehlung abgeben.

Von der Anweisung zum Hinweis

Bislang war das Nofollow-Attribut eine Anweisung an Google: weder sollte der Google-Crawler dem Link folgen noch sollte der Ranking-Algorithmus den Link als Rankingsignal nutzen. Das hat sich jetzt geändert: aus der Anweisung ist ein Hinweis geworden.

Ähnlich wie schon bei der Behandlung von Hreflang-Tags, wird Google die Link-Attribute lesen, sie aber nur als einen Hinweis auf die korrekte Behandlung des Links nutzen. Die Folgen:

  • Ab sofort werden alle per Rel-Attribut gekennzeichneten Links an den Ranking-Algorithmus weitergegeben.
  • Ab dem 1. März 2020 wird der Googlebot diesen Links folgen und die Zielseiten indexieren.

Was bedeutet das für mich?

Die Änderungen von Google sind (fast vollständig) rückwärtskompatibel. Es gibt für Webseitenbetreiber keinen Grund, Änderungen an der Linkauszeichnung bestehender Seiten vorzunehmen.

Lediglich die Tatsache, dass der Googlebot ab dem 1. März 2020 Nofollow-Links ebenfalls folgen wird, sollte bedacht werden. Allerdings war die Kennzeichnung eines Links mit Nofollow auch bislang keine wirksame Möglichkeit, um das Crawling von Seiten zu unterbinden.

Fazit

Googles Feldzug gegen den Linkverkauf scheint ihnen jetzt auf die Füße zu fallen. Große und wichtige Teile des Internets, wie beispielsweise die deutschsprachige Wikipedia, kennzeichnen ausgehende Links mittlerweile pauschal mit dem Nofollow-Attribut und entziehen sie somit dem Link-Graphen.

Google benötigt diese Signale aber weiterhin für das Ranking. Daher gibt es nun zwei neue Link-Attribute, um Links besser zu differenzieren. Auch sieht Google diese Attribute nur noch als Hinweis, nicht als Anweisung.

Für Webseitenbetreiber gibt es bei den Änderungen wenig zu gewinnen: sollte sowieso eine Überarbeitung der Link-Attribute anstehen, können die neuen Werte von Google genutzt werden – Ranking-Vorteile sollte man sich davon aber nicht versprechen.

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