So wird aus dem Praktikum eine Festanstellung

Wer erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt macht, startet häufig mit einem Praktikum. Doch wie gelingt schließlich der Sprung in einen festen Job? Wir haben neun Tipps für euch zusammengestellt.

Praktikant zu sein ist nicht immer leicht. Selbst wenn Kaffee kochen und kopieren nicht zu den täglichen Aufgaben gehören, fällt es vielen Berufseinsteigern nicht leicht, ihre besten Qualitäten während eines Praktikums zu zeigen – und das, obwohl für sehr gute Leistung ein fester Job rausspringen kann. Deshalb haben wir Karriereexpertin Julia Funke neun Tipps entlockt, wie der Wechsel vom Praktikum in die Festanstellung gelingen kann.

1. Aktiv sein!

Jeder, der schon mal ein Praktikum gemacht hat, kennt das Gefühl des ersten Tages. Man fühlt sich orientierungslos, hat Angst, kennt niemandem in dem neuen Unternehmen oder in der neuen Abteilung. Also geht man lieber in Schonhaltung, duckt sich, wenn Aufgaben anfallen. Das hat einen einfachen Grund: Orientierungslosigkeit führt zu Passivität. Wer nichts macht, macht keine Fehler, richtig? Falsch!

Ein erfolgreiches Praktikum erfordert Fleiß, und fleißig zu sein beginnt mit Engagement. Bittet aktiv um Aufgaben, zeigt Interesse an der Arbeit und an den Projekten der neuen Kollegen und fragt konkret nach Dingen, die ihr tun könnt. Je häufiger ihr das macht, desto häufiger werdet ihr gebraucht und desto schneller verschwindet das Gefühl der Orientierungslosigkeit.

2. Die Arbeit sehen!

Damit verbunden ist laut Karriere- und Laufbahnberaterin Julia Funke, die Arbeit zu sehen: „Wenn jemand aus meiner Abteilung gerade viel zu tun hat, frage ich ihn oder sie, ob und wie ich helfen kann.“ Die Arbeit zu „sehen“ bedeutet also, aufmerksam zu sein und Weitblick für die Aufgaben seiner Kollegen zu entwickeln.

3. Deadlines einhalten!

Simple Regel: Ist eine Aufgabe mit einer Deadline versehen, haltet sie ein. Falls irgendwas dazwischenkommt und die Deadline nicht mehr realistisch ist, seid ehrlich und transparent. Den Chef oder die Chefin vorab über eine Verzögerung zu informieren, ist auf jeden Fall besser als dies am Tag der Deadline zu beichten.

4. Pünktlich sein!

„Altbacken, aber wichtig“, sagt Julia Funke. Moderne Arbeitswelt hin oder her, altmodische Eigenschaften wie Pünktlichkeit sind auch heute noch gefragt. Zumindest dann, wenn man einen guten Eindruck machen will.

5. Eigene Ideen einbringen!

Ideen einzubringen ist immer eine gute Idee. Warum sollte ein Praktikant nicht an Meetings teilnehmen? Zeigt Interesse und versucht eigene Ideen in Besprechungen oder Projektentwicklungen vorzuschlagen. Aber Achtung: Ihr solltet dabei nicht vorlaut oder vorwitzig handeln. Haltet euch im Hintergrund, bis euer Vorgesetzter in die Runde fragt oder im Raum eine Stille herrscht. Timing ist alles, wenn ihr mit euren Ideen glänzen wollt.

6. Lernfähigkeit beweisen!

Stichwort Feedback: Erfragt es, nehmt es an und versucht, die Kritik konstruktiv umzusetzen. Aber mit dem Erfragen bitte nicht übertreiben. Auch ein Praktikant muss nicht nach jedem Handgriff eine Rückmeldung bekommen. In der Regel solltet ihr selbstbewusst und sorgfältig handeln und nur nach Feedback fragen, wenn ihr zum Beispiel eine größere Aufgabe erledigt habt.

„Vielen Führungskräften graut es beinahe vor dem Wort Feedback“, sagt Funke. Das ließe sich vermeiden, wenn der Praktikant oder die Praktikantin indirekt darum bittet – mit Sätzen wie „Ich hoffe, das ist richtig so“ oder „Die Aufgabe ist erledigt, bitte auf Korrektheit prüfen“. Das vermittelt laut der Karriereberaterin Lernfähigkeit sowie Offenheit.

7. Auch mal Sisyphos-Arbeiten erledigen!

Die Kaffeetasse für die Kollegin in der einen Hand, das Mittagessen für den Chef in der anderen und Kopien unterm Arm – dieses Bild von einem Praktikanten ist zum Glück nicht mehr zeitgemäß. In den meisten Unternehmen dürfen sich auch Anfänger an der Wertschöpfungskette des Unternehmens beteiligen. Manchmal erfordert genau das, die einfachsten Aufgaben zu erledigen, wie eine Excel-Liste aus vorhandenen Daten zu erstellen oder Fakten zusammenzugoogeln. Wer groß rauskommen will, fängt eben mit kleinen Brötchen an.

8. Kontakte knüpfen!

Wenn ihr das Gefühl habt, einen guten Draht zu ein paar Kollegen gewonnen zu haben, nutzt das. Eine erfolgreiche Karriere erfordert neben Fleiß auch den Mut, Kontakte innerhalb eines Unternehmens zu nutzen. Dank Social Media geht das heute ja viel einfacher als früher, als Visitenkarten oder Telefonbucheinträge ausgetauscht wurden.

9. Nach Festanstellung fragen!

Euch wird im Leben nichts geschenkt? Naja, zumindest nicht, wenn ihr nicht danach fragt. Geht ein Praktikum dem Ende zu, dann wartet nicht, bis ein Vorgesetzter oder eine Vorgesetzte auf euch zukommen. Ergreift die Initiative und sprecht ihn oder sie auf eine mögliche Übernahme ein. Wer weiß, vielleicht gibt es ja gerade eine offene Stelle in der Abteilung und die Führungsetage setzt auf Eigenengagement. So könnt ihr den anderen Praktikanten einen Gedanken voraus sein und euch die Stelle schnappen.

Doch achtet dabei auf eine Sache: Argumentiert über die Inhalte, nicht über eure persönliche Situation. Endet euer Studium mit dem Praktikum oder zieht ihr in die Stadt, weil euer Partner dort lebt, sind das aus der eigenen Perspektive gute Gründe, sich für den Job zu bewerben – nicht aber aus der des Personalers oder der Abteilungsleiterin. Besser ist es, Interesse am Unternehmen und am Jobprofil zu äußern sowie die Arbeitsatmosphäre und die eigene Leistung während des Praktikums hervorzuheben. Das kommt fast immer gut an.


Quelle: So wird aus dem Praktikum eine Festanstellung

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