Telekoms Technik-Chefin: „Alle dachten, Whatsapp setzt sich nicht durch“

Mit dem Aufbau eines Konkurrenten zu Whatsapp scheiterte die Telekom kläglich. Jetzt soll Claudia Nemat den ehemaligen Staatskonzern fit für die Digitalisierung machen. In der t3n Nr. 51 spricht die Technologiechefin über ihre ehrgeizigen Ziele.

Sie ist die mächtigste Frau bei der Deutschen Telekom – und verantwortet ein Milliardengeschäft: Claudia Nemat soll nicht weniger als den ehemaligen Staatskonzern für die Digitalisierung rüsten. Und warum sollte es ihr nicht gelingen?

Immerhin hat die 48-Jährige einen steilen Karriereweg hinter sich: Noch während ihres Studiums der theoretischen Physik heuerte sie bei der Unternehmensberatung McKinsey an und stieg innerhalb weniger Jahre zur Leiterin des Europageschäfts mit High-Tech-Firmen auf. Nach 17 Jahren wechselte sie zur Telekom und übernahm dort jüngst das neu geschaffene Vorstandsressort Technologie und Innovation.

Telekom-Technologiechefin Claudia Nemat: „Wir haben aus der Geschichte gelernt“

Der Umbau in der Chefetage war durchaus notwendig: Denn Innovationen waren bei der Telekom in den vergangenen Jahren eher Mangelware. Vor allem der kläglich gescheiterte Versuch, mit Joyn einen Whatsapp-Klon zu entwickeln, steht sinnbildlich für die verpassten Chancen des Konzerns. Nemat gesteht diesen Fehler offen ein: „Vor sieben Jahren waren sich alle großen Netzbetreiber noch sicher: Whatsapp wird sich nicht durchsetzen“, sagt die Managerin in der neuen t3n-Ausgabe Nr. 51.

Telekom-Vorstand Claudia Nemat im Gespräch mit t3n-Redakteur Daniel Hüfner. (Foto: © Jan-Helge Petri)

Ihre Erklärung: Zum einen sei die SMS damals die ideale „Cashcow“ gewesen. „Kein Netzbetreiber wäre je auf die Idee gekommen, sein eigenes Geschäft zu kannibalisieren“, sagt Nemat. Zum anderen hielten die Manager die SMS ihrer Ansicht nach für deutlich sicherer. „Was sie allerdings übersehen haben“, so Nemat: „Die Menschen nutzten Whatsapp trotzdem, weil es kostenlos ist und einfacher zu bedienen.“ Heute wird Whatsapp von mehr als eine Milliarde Menschen genutzt und hat die SMS praktisch verdrängt. Laut Nemat soll dies der Telekom aber kein zweites Mal passieren. „Wir haben aus der Geschichte gelernt“, sagt die Managerin.

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Telekom setzt auf Datenbrillen und smarte Kleidung

Künftig will sich die Telekom deshalb stärker für Partner öffnen, etwa bei der Entwicklung neuer Hardware. Mit dem Optik-Pionier Zeiss will die Telekom eine gemeinsame Datenbrille auf den Markt bringen. Diese soll vor allem vom Infrastruktur-Know-how des Konzerns profitieren. „Wenn man nämlich die Vorteile der 5G-Technologie sowie der Spracherkennung zusammennimmt, ergeben sich viele Möglichkeiten für neue Produkte, die außer für einen Telekommunikationsanbieter nur schwer zu kopieren sind“, sagt Nemat. Eine klare Kampfansage an das Silicon Valley.

Datenbrillen stellen für Nemat jedoch nur den Anfang vom Ende des Smartphones dar. „Benutzeroberflächen werden in den nächsten Jahren natürlicher werden. Viele Funktionen des Smartphones werden in Zukunft von anderen Medien übernommen. Nicht nur von Brillen, sondern auch von smarten Ohrstöpseln oder Kleidungsstücken“, so Nemat. Die Technologiechefin will die Telekom in den kommenden Jahren daher schrittweise auch zum Lifestyle-Konzern machen. Wie genau?

Das gesamte Interview gibt’s in der neuen t3n-Ausgabe Nr. 51

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Quelle: Telekoms Technik-Chefin: „Alle dachten, Whatsapp setzt sich nicht durch“

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