Vorsicht: Dreiste Netflix-Kopien locken Verbraucher in Abofalle

Verbraucherschützer haben ein Netzwerk aus mehr als 100 betrügerischen Streaming-Portalen im Netz identifiziert. Ziel der Websites ist es, arglose Serienfans in eine Abofalle zu locken.

Der riesige Erfolg von Streaming-Portalen wie Netflix oder Amazon ruft auch Betrüger auf den Plan. Ein Team der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist durch Nutzerbeschwerden auf ein ganzes Netzwerk an Fake-Websites gestoßen, das Besuchern einen preiswerten Zugriff auf hunderte Filme und Serien verspricht. Dahinter stecken jedoch dreiste Abofallen, die schnell teuer werden können. Mehr als 100 solcher Portale haben die Verbraucherschützer angeblich schon identifiziert.

So funktioniert die Streaming-Abofalle

Um Film- und Serienfans – darunter viele Minderjährige – in eine dieser Abofallen zu locken, gehen die Betrüger äußerst geschickt vor. Zunächst kommen die Nutzer über Pop-up-Anzeigen auf die Portale der Betreiber. Auf den ersten Blick sieht dann alles nach einem normalen Streaming-Angebot aus.

Beworben werden hunderte Filme und Serien mit entsprechenden Coverbildern sowie ein in der Regel kostenloser Testzugang für fünf Tage. Um Zugang zum vermeintlichen Angebot zu erhalten, werden die Besucher aufgefordert, sich kostenlos mit ihrer E-Mail-Adresse, Hausanschrift und Telefonnummer zu registrieren.

Dann wird es dreist: Nach Eingabe der Daten konnten sich die Besucher laut den Verbraucherschützern entweder nicht erfolgreich registrieren oder der Zugang zum Angebot blieb ihnen weiterhin verwehrt. Die persönlichen Daten seien im Hintergrund aber trotzdem den Betreibern übermittelt worden, heißt es.

In der Annahme, dass die Registrierung fehlgeschlagen sei, schließen Besucher in der Regel das Browserfenster und vergessen die Sache schnell. Wenige Tage später stellen die Betreiber die Abokosten per E-Mail oder telefonisch in Rechnung. Die Forderungen belaufen sich auf Jahresbeträge von angeblich rund 144, 238 oder 359 Euro.

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Betrüger verbreiten Fake-Videos

Maximilian Heitkämper, Rechtsreferent im Marktwächter-Team Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, spricht auf dem Marktwächter-Blog von einer Strategie. Auf vielen Portalen – die Namen wie Appleflix, Babaflix oder Bigflix haben – würden verbraucherschützende Angaben wie Kosten, die automatische Verlängerung oder ein „Kostenpflichtig registrieren“-Button bewusst unterschlagen.

„Bei einem seriösen Angebot erhalten Verbraucher zudem eine Vertragsbestätigung mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu den geltenden Konditionen per E-Mail. Und sie können auf die Inhalte des Streaming-Dienstes sofort zugreifen. Auf den hier betroffenen Websites sind aber offensichtlich gar keine Filme oder Serien zum Abruf vorhanden“, so Heitkämper. Das sei aber noch nicht alles.

Zusätzlich zu den Abofallen haben die Betrüger auf Youtube einige Videos hochgeladen, in denen vermeintliche Anwälte erklären, die versandten Zahlungsaufforderungen seien rechtskonform. Damit sollen Betroffene, die sich in ihrer Panik mit einer schnellen Google-Recherche schlau machen wollen, zusätzlich verunsichert und zur Zahlung bewegt werden.

So können sich Verbraucher schützen

„Wir können Verbraucher nur davor warnen, sich auf einer dieser Websites zu registrieren“, sagt Verbraucherschützer Maximilian Heitkämper laut Mitteilung. Betroffene sollten der Zahlungsaufforderung in jedem Fall nicht sofort nachkommen, sondern erst einmal einen Anwalt kontaktieren. Die Verbraucherschützer haben ihre Erkenntnisse nach eigenen Angaben den Ermittlungsbehörden übergeben. Denn regelmäßig sollen neue dubiose Streaming-Portale online gestellt werden.

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Quelle: Vorsicht: Dreiste Netflix-Kopien locken Verbraucher in Abofalle

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